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    Datum: 25.12.2005

    Stimmung: schmalzig besinnlich

    Musik: Heintje_ Mama ;-)

         

        Weihnachtslügen

        Gerade als ich am Bahnhof gewartet habe ist mir eine Geschichte eingefallen die ich als Kind erlebt habe. Es ist keine tolle Geschichte. Sie hat keine epischen Ausmaße und sie ist vermutlich jedem als Kind aufgetischt worden. An einem Weihnachtsabend irgendwann Anfang bis Mitte der 80er habe ich als kleiner Bursche auf den Weihnachtsmann und die daraus resultierenden Geschenke gewartet, und habe die ganze Zeit an der Tür gewartet, da wir keinen Kamin hatten, und bei uns der Weihnachtsmann immer an der Haustür schellte, bevor er kam. Plötzlich klingelte es tatsächlich und ich rannte an die Tür. Aber niemand war da. (Meine Mutter betätigte dafür wahrscheinlich einfach manuell die Klingel, die offen im Flur hing und damals noch mit einer eisernen Glocke war)

        Daraufhin sagte meine Mutter dass sie etwas im Hinterhof gesehen hätte, als sie in der Küche saß, und das doch einfach mal nachschauen sollte, ob der Weihnachtsmann vielleicht die falsche Tür genommen hatte. Nachdem ich bestimmt 5 min im Hinterhof und im Kohlenkeller gesucht hatte, schrie meine Mutter aus dem Küchenfenster das ich ganz schnell herein kommen sollte) Als ich so schnell ich konnte wieder ins Haus lief merkte ich so langsam das ich ausgetrickst worden bin. Natürlich war der Weihnachtsmann schon da, und konnte nicht länger warten, da er ja auch zu allen anderen Kindern auf der Welt musste. Ich hab mich ein wenig verarscht gefühlt. Die Geschenke waren dennoch toll, was einiges entschädigte.

        Ein Jahr zuvor musste ich Heilig Abend in die Badewanne, obwohl ich eigentlich sauber war, was mir damals schon spanisch vorkam. Auf einmal schellte wieder die bekannte Klingel im Flur und ich trocknete mich so schnell ich konnte ab und zog mich an. Da ich aber nicht wollte dass mich der Weihnachtsmann nackt sieht brauchte das natürlich seine Zeit, und wieder musste ich mich der Taktik meiner Eltern geschlagen geben, da der Weihnachtsmann natürlich schon wieder weg war. Als ich ganz klein war hat sich mein damaliger Stiefvater mal als Weihnachtsmann verkleidet und ich habe das ganze Haus zusammen gebrüllt.

        Was man nicht so alles macht um seine Kinder zu verarschen. Seitdem glaube ich nicht mehr an den Weihnachtsmann. Dies war meine Weihnachtsmannbeichte 2005.

         

     

    Datum: 24.12.2005

    Stimmung: sick

    Musik: Fats Domino_ I´m Walking

         

        Naschkatze ohne Futter

        Ich wünsche Euch allen ein Frohes Fest und eine besinnliche Zeit mit euren Familien. Ich bin bei meinen Eltern, hatte bisher aber rein gar nichts davon. Leider bin ich zurzeit krank und werde morgen wieder zurück nach Duisburg fahren um mich auszukurieren. Habe mich diese Nacht übergeben, nachdem ich nen ganzen Teller Kartoffelsalat bei Susis Eltern gegessen habe. Dabei war der so lecker. Aber wenn der Magen nicht mitspielt nützt selbst das nichts. Ich habe mich bei Flo angesteckt mit einer Gastritis. Selbst meine beiden Weihnachtsteller habe ich abgegeben. Und das muss schon was heißen, denn ich bin doch eine Naschkatze. Aber mir war wirklich nicht danach, und ich wollte nicht alles mitschleppen. Hoffentlich geht’s mir morgen wieder etwas besser.

         

     

    Datum: 18.12.2005

    Stimmung: hyperaktiv

    Musik: Just Loose It_ Eminem

         

        Susis Geburtstag

        Mal wieder den Tag verschlafen nach Susis Geburtstagsparty im Casino in Wesel. Ich habe mich spontan für den Thekendienst gemeldet, was dann auch „spontan“ abgelehnt wurde, da ich mich letztes Jahr „spontan“ besoffen habe weil ich mit jedem anstoßen „musste“. Ich bin dann aber dennoch irgendwann hinter der Theke gelandet. Diesmal habe ich mich nicht komplett zugesoffen, sondern war handsome und adrett. War dennoch eine lange Nacht, die erst ein Ende fand als mich Lenas Eltern nach dem Aufräumen in der Nähe meiner Eltern abgesetzt haben.

        Während der Party habe ich zusammen mit Lydia eine kleine Wanderung durch halb Wesel unternommen, da ich den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte und dringend etwas im Magen brauchte, da ich schon nach wenigen Gläsern Wodka O ordentlich einen im Tee hatte. Kornmarkt = Döner Time. Unterwegs habe ich einfach einen Bus zum stoppen gebracht, der sich auf Dienstfahrt zurück zum Bahnhof befand. Das ganze sogar kostenlos. Es gibt also doch noch nette Busfahrer! Hätte ich nicht mehr für möglich gehalten.

        Ich sitze gerade im Zug nach Hause, meine dicke Reisetasche voll mit Putzmitteln, Kosmetika, Shampoos, Deos, Cremes und anderem gut riechenden Krams. Meine Stiefoma ist ja letztens gestorben, und da sind zwei riesengroße Kartons mit dem ganzen Zeugs übrig geblieben. Die Frau muss bis 2018 mit Putzmittel versorgt gewesen sein, da noch 3 oder 4 große Kartons im Keller stehen. Gleich muss ich erst einmal mein Zimmer, die Küche und das Bad aufräumen, da Flo morgen kommt. Ich freu mich schon so! Susi und Kristina/ Dan kommen mich diese Woche besuchen. Mal sehen wie die sich so verstehen.

         

     

    Datum: 09.12.2005

    Stimmung: in Erinnerung schwelgend

    Musik: Traffic in the Sky_ Jack Johnson

        Ein allgemeiner Jahresrückblick (auch wenns kitschig ist)                                                      

        So langsam geht es ja schon wieder dem Jahresende entgegen. Im Vergleich zu anderen Jahren ist 2005 recht langsam vergangen. Die vorherigen Jahre sind nur so verzogen, ohne sie wirklich intensiv wahrgenommen zu haben. Dezember ist ja oftmals der Zeitpunkt für Jahresrückblicke. An dieser Stelle sei es mir einfach mal gestattet einen eben solchen Revue passieren zu lassen. 2005 ist so viel passiert wie noch nie in meinen vorherigen Lebensjahren zuvor.

        Ich habe viel Trauriges oder unschönes erlebt, aber auf der Sonnenseite konnte ich auch einiges verzeichnen. So habe ich endlich meine Ausbildung in Wurzburg beendet. So lange habe ich davon geträumt endlich ausgelernt zu haben. Und irgendwie ging die Ausbildungszeit ja rum wie nix. Im Nachhinein betrachtet zumindest. Zwischendurch dachte ich es geht nie rum. Ich habe viel gearbeitet, noch mehr nette Menschen kennen gelernt, und einiges fürs Leben mitgenommen. Gutes und Schlechtes. Aber so ist der Lauf des Lebens.

        Die schlechten Seiten des Jahres waren sicherlich auch nicht zu unterschätzen. So ging zum Beispiel ganz unverhofft meine 8-monatige Beziehung in die Brüche und meine Uroma zog sich eine Plastiktüte über den Kopf weil sie nicht mehr leben wollte. Das ist hier so trocken geschrieben, hat mich aber sehr beschäftigt zu dieser Zeit. Zudem hatte ich im Sommer ein ziemlich großes, depressives Loch, da ich mich für ein Studium entscheiden musste. Wochenlang habe ich mich gequält, da ich nicht glauben konnte dass ich der richtige bin fürs Studieren. Auch hatte ich die Befürchtung dass mich keine Universität nehmen würde.

        Das hat sich dann aber dann doch nicht bewahrheitet, und ich wurde von 6 Bewerbungen 5-mal zugelassen. Damit hätte ich nicht mal in meinen kühnsten Träumen gerechnet. Nunja, selbst ein blindes Huhn findet mal ein Korn. So habe ich mich dann spontan für Bonn entschieden. (Bachelor of Business Administration an der FH Bonn Rhein-Sieg) Ich wollte allerdings nicht in Bonn wohnen, da es schon immer ein Traum war in Köln zu wohnen. Die Stadt schlechthin. Ich weiß, jetzt werden einige aufheulen und Wellen schlagen. (Grüße an Alex) Ich bin tagelang durch Köln geirrt und habe mir Wohnungen und WG´s angeschaut. Ich habe sogar schon in Betracht gezogen in Kölner Uni Center zu ziehen. Aber so frustriert war ich dann doch nicht. ;-)

        So schlecht wäre es vielleicht gar nicht geworden. Nur die Tatsache das dort tausende anonyme Mieter wohnen, niemand kennt niemanden, hat mich dann ein wenig abgeschreckt. Zum Glück musste ich nicht weiter darüber nachdenken, da ich mich in einer 2er WG vorgestellt habe, wo ich auch direkt genommen wurde. Andi ist 24jähriger Sport- und Biologiestudent aus Köln und einer der liebsten Menschen die ich seit langem kennen gelernt habe. Renommierter Blockflötenvirtuose. So kam es das ich eigentlich nur noch einziehen musste. Mich ins gemachte Nest setzen. Aber das wäre für mein verkorkstes Leben zu einfach gewesen.

        So kam es dann wie es kommen musste: Einen Tag vor meinem vermeintlichen Einzug (Miete natürlich bereits verplant) kam es dann zum Eklat. Ich erhielt die letzte ausstehende Zulassung für mein Traumstudium. Einen Tag vor meinem Einzug. Angewandte Kommunikations- und Medienwissenschaft. Es war sicherlich keine leichte nach Duisburg zu gehen, aber ich habe mich für die Uni entschieden die mich beruflich in die Richtung bringt in die ich einmal möchte. Auch wenn es heißt geldtechnische Probleme zu bekommen da ich bereits Miete zahlte für Köln. Mittlerweile bin ich sowas von abgebrannt das ich mir eigentlich nicht einmal Weihnachtgeschenke leisten darf. Und am Besten sollte ich in den nächsten Monaten nichts essen noch trinken.

        Kommt es euch auch so vor als ob die letzten Tage vor Weihnachten wie im Flug vergehen? Hinzu kommt, das ich durch den Umzug und meinen Urlaub letzten Monat sehr viel an Stoff verpasst habe den ich eigentlich nacharbeiten müsste. Den konnte ich bisher den Stoff aus Zeit- und Druckmangel nicht nacharbeiten. Hört sich sicherlich nach Ausrede an, was es partiell auch ist, aber die Wohnung hat einfach zu viel Zeit in Anspruch genommen. Im Nachhinein vielleicht ein Fehler. Aber ich wollte es so gut wie es möglich ist fertig haben. Wenn man alleine wohnt, ist es eigentlich egal wie es im eigenen Zimmer aussieht. Nicht so in einer WG, da ja immer die Mitbewohner da sind, die einem ein wenig pushen wenn es allzu schlimm aussieht. Unfreiwillige Selbstkontrolle. Dieses Wochenende habe ich allerdings an Stoff nachgearbeitet. In 8 Wochen haben wir einen kompletten Ordner an Blätter bekommen, den ich kaum mit einer Hand alleine halten kann.

        Um zum Jahresrückblick zurück zu kommen muss ich sagen dass ich nachdem ich die Zusage für Duisburg bekam Wohnungen in Duisburg gesucht habe. Zuerst wollte ich zusammen mit Magnus, einem Kommilitonen zusammen ziehen, was sich dann aber relativ schnell erledigt hatte, nachdem er nicht aus dem Quark gekommen ist mit der Wohnungssuche. Letztendlich habe ich dann mit einer anderen Kommilitonin nach geeigneten (und vor allem günstigen) Wohnungen gesucht, was dann nach einem Horrorwochenende im kalten Duisburg auch klappte. Zum Schluss haben wir uns für eine schnuckelige Wohnung in Duisburg Ruhrort entschieden. Auch ein dritter Mitbewohner ließ sich dann schnell finden. Daniel.

        So wohne ich nun in einer Dreier WG, bin Student für Kommunikations- und Medienwissenschaft. Das hätte ich mir noch vor 4 Monaten nicht zu träumen gewagt. Jetzt ist der Studienalltag da, und es geht so langsam ans Lernen, damit ich das auch alles so hinbekomme wie ich mir das so vorstelle. Irgendwann möchte ich ja schließlich mal fertig werden.

        Was 2006 so für mich bringt? Keine Ahnung. Aber zumindest war 2005 das bisher intensivste Jahr in meinem Leben. Negativ, sowie positiv. Aber das ist ja so das Schöne am Leben: Auf die Fresse fallen, aufstehen, wieder auf die Fresse fallen, wieder aufstehen und sich freuen weil das Blut so wunderschöne Formen auf dem Asphalt bildet.

         

 

    Datum: 30.11.2005

    Stimmung: nachdenklich

    Musik: Youssou Naidoo_7 Seconds

         

        Von falschen Städten und falscher Freundlichkeit

        Es hat sich mal wieder super viel getan in den letzten Wochen. Nicht nur das ich nach fucking Duisburg gezogen bin, sondern auch uni-technisch ging einiges. Ich glaube ich bin jetzt so ein richtiger Student. Mit allen Höhen und Tiefen die man sich nur denken kann. Generell denke ich, dass ich (bzw. wir.) so langsam eingespielt haben. Fast alles ist jetzt gut eingespielt und es gibt pro Woche nur noch wenig Neues. Dafür weiß ich jetzt wenigstens wie wann wo hin muss. Die Stimmung ist zurzeit etwas angespannt, ich weiß auch nicht wieso. Viele kotzen sich gegenseitig an, aber ich versuche mich da größtenteils raus zu halten, auch wenn mir das sicherlich nicht immer gelingt. „What goes around comes around.“

        Ich habe mich in der Bahn selbst dabei erwischt einen Araber grimmig gegenüber zu sitzen. Er ist so richtig der Stereotyp eines Terroristen. Und auch wenn das politisch mehr als unkorrekt ist, so hat sich dieses Klischee in den letzten Jahren in mir manifestiert. Auch wenn ich das nicht will. Bush & Co. haben gute Arbeit geleistet. Was veranlasst mich dazu diesen Menschen über einen Kamm mit anderen zu scheren? Er ist ordentlich angezogen, sicherlich überdurchschnittlich intelligent, hat ein gepflegtes Äußeres, und er hat mir beim Betreten der S-Bahn freundlich zugelächelt. Er ist vielleicht Ende 20, Anfang 30, und hat einen langen, schwarz- melierten Wintermantel, dunkelbraune Lederschuhe und eine beige Cordhose an. Er trägt seinen Bart recht lang, bis zum Kehlkopf etwa. Er ist vermutlich liebevoller Familienvater. Ganz sicher sogar. Er trägt einen Ehering. Und was veranlasst mich dazu ihn so böse anzusehen? Ich weiß es nicht. Ich lächle ihm zu, und verrate damit meine eigenen Prinzipien und schäme mich ein wenig.

        Ich finde die übertriebene Freundlichkeit und Affektiertheit mancher Menschen zum kotzen. Nur weil sie Ausländer sind werden sie überempfindlich, fast wie Kinder, behandelt. Ich denke das muss man nicht. Wenn man ihnen ehrlich, freundlich gegenüber steht und sich ordentlich verhält trägt das meines Erachtens mehr zur Integration bei als das hypersensible Kuschen. Versteht mich nicht falsch. Das andere Extrem wäre sicherlich Fremdenfeindlichkeit die leider immer noch sehr zu spüren ist. Nicht nur in niederen Kreisen. Ich saß letztens im ICE und dort hat sich ein Geschäftsmann mit seinem sichtlich peinlich berührten Sitznachbarn unterhalten, die meine Ohren fast zum flattern brachten vor unverholenden Naziparolen.

        Ist natürlich auch ein sensibles Thema. Gerade in der heutigen Zeit. Manchmal schaue ich Menschen an. Ich schaue Ihnen einfach nur zu. Weil sie interessant sind. Weil sie anders aussehen. Weil ich vor allem Schwarze Hautfarben sehr interessant finde. Weil ich sie nicht kenne. Vieles was unbekannt ist, weckt Interesse. Einiges verwirrt oder beängstigt sicherlich auch. Aber eines ist mir den schwachsinnigen Glatzenträgern (nichts gegen Glatzenträgern, aber gegen die mit einem Kreuz auf der Schulter) voraus: Ich verurteile sie nicht. Ich diskriminiere sie nicht. Ich stehe ihnen erst einmal wohl gesonnen gegenüber, wie jedem Menschen. Was dann derjenige Mensch daraus macht ist seine Sache und liegt ganz in seiner Macht.

         

 

    Datum: 17.11.2005

    Stimmung: fuzzy

    Musik: Shakira_ Laundry Service

         

        Man lebt

        Wir waren jetzt ein paar Tage in Madrid. Wunderbare Stadt, auch wenn wir nicht allzu viel gemacht haben. Waren in der Reina Sofia, haben in einem alten spanischen Schnellrestaurant gegessen und waren auf mehreren Partys und auch einmal groß feiern. So viel getrunken habe ich schon lange nicht mehr, auch wenn das in letzter Zeit ja öfter mal passiert. Joschi (Johannes), ein Freund von Flo war auch ziemlich angeheitert und hat sich natürlich den schnucken Kellner geangelt. Obwohl er hetero ist. Was allerdings umso lustiger war.

        Sind einfach unangemeldet auf eine Party gegangen, was dann zuerst mit wenig Begeisterung aufgenommen wurde, wie ich das Gefühl hatte, denn einige Spanier auf der Party waren recht stinkig darüber das wir direkt im Dutzend gekommen sind. Wurde dann aber dann doch noch nett, trotz anfänglichen Sprachschwierigkeiten. Ich muss echt mal anfangen Spanisch zu lernen, habe ich das Gefühl. Wir haben bei Juliette, der Gastgeberin, geschlafen und am nächsten Tag noch nett gefrühstückt um danach einen kleinen Stadtbummel zu machen. Danach ging es ins Museum.

        Viel zu viel erlebt und so wenig Zeit es aufzuschreiben.

         

     

    Datum: 07.11.2005

    Stimmung: kreativ

    Musik: Adam Green_ Damce With me

         

        Von Fernweh und Ohrenschmerzen                                                                                   

        Ich habe vor einiger Zeit davon geschrieben was es heißt Fernweh zu haben. Ich bin zurzeit in Valencia bei meinem Freund und ich mag die Menschen in dieser Stadt. Spanier sind sehr offen und so viel herzlicher als wir Deutsche. Wenn alles auch ein wenig ungeordnet und teilweise chaotisch erscheint. Ich habe immer noch Ohrenschmerzen und sie werden von Tag zu Tag schlimmer. Ich weiß gar nicht mehr was ich noch machen soll. Mittlerweile habe ich herausgefunden dass meine Ohrenschmerzen von meinen Zähnen kommen, da mein Ohrenarzt rein gar nichts diagnostizieren konnte. So unproduktiv war ein Arztbesuch bei mir noch nie. 2 Stunden warten (da unangemeldet) und dann 30 Sekunden Behandlung. Aber wenigstens habe ich noch ein freundliches, „Schönen Tag Herr Hensel, halten Sie die Ohren steif“ bekommen. Und das von einem Ohrenarzt. What a rush.

        Ich war heute am Meer, habe gebadet (arschkalt, aber hinreißend) und meine kreative Ader ausprobiert. In dem ich ganz viele Bilder gemacht habe die mich beim Springen zeigen. Oder gemalte Nachrichten im Sand. Es war ein wenig peinlich dort am „playa“ so abzuspacken. Die dummen Deutschen. Aber das war mir sowas von egal. Ich hatte meinen Spaß.

         

 

    Datum: 24.10.2005

    Stimmung: *weird mode*

    Musik: Portishead_ Glorybox

         

        Gedanken, die Verstecken spielen

        Es ist manchmal so komisch. Den ganzen Tag über hat man Gedanken im Kopf die man gerne in Worte fassen würde. Dann wenn man endlich davor sitzt, sind sie wieder weg. Wie kleine, kindliche Gedanken die verstecken spielen und Dich irgendwo in deinem Inneren auslachen wenn du sie nicht findest.

         

     

    Datum: 18.10.2005

    Stimmung: ausgelassen

    Musik: Herbert Grönemeyer_ Tut mir Leid (Live Version)

         

        Lehrerknappheit und Riesenkaninchen

        Ich sitze mal wieder im Zug von Duisburg nach Wesel und hatte einen schönen Tag mit meinen Kommilitonen. Dazu später mehr. Gestern hatte ich dann meinen ersten offiziellen Unitag. (Nach der Orientierungswoche letzte Woche) Es sind direkt mal  3 von 4 Vorlesungen ausgefallen. Schöner Einstand. Von diesen 3 geplatzten 3 Vorlesungen wurde eine ersatzlos gestrichen, da die Uni keine neuen Lehrkräfte einstellt und der Dozent versetzt wurde. (Nachtrag: wurde auf meinen vermeintlich freien Tag verlegt. Danke, liebes Schicksal!)

        Heute (also Dienstag) hat die Uni erst um 14 Uhr angefangen, nur um dann an einem Seminar teilzunehmen mit schätzungsweise 100 Studenten, das für maximal 25 Leute ausgelegt ist. Ganz großes Kino. Später am Tag, nach einem Abstecher in die City, sollte eigentlich eine Vorlesung zur Methoden der Politikwissenschaft stattfinden, was aber durch die 4fache Anzahl an Studenten als vorgesehen war, nicht stattfand. Meine Uni ist sowas von unorganisiert. Wir haben heute Dienstag, und es werden diese Woche keinerlei Vorlesungen, Seminare oder Tutorien mehr stattfinden. Ich freue mich auf 5 Jahr Uni- Leben.

        Zum Glück hat das Studentenleben außerhalb der Uni mehr zu bieten als innerhalb. Denn direkt im Anschluss eines ausgefallenen Seminars sind wir in unserer kleinen Clique ins Kino gegangen. Wallace and Gromit auf der Suche nach dem Riesenkaninchen. An sich ein netter Abend, auch wenn ich dadurch für diesen Monat nur noch 10 Euro habe. Es wird mehr als knapp, denn ich muss ja auch irgendwie zur Uni kommen, da ich jeden Tag 3,40€ zahlen muss ab Dinslaken, da Wesel ja im VGN liegt, und nicht im VRR, wo ich das Semesterticket habe.

         

     

    Datum: 17.10.2005

    Stimmung: kaputt

    Musik: Jack Johnson_ Fortunate Fool

         

        Strange days

        Hinter mir liegen echt komische Tage. Nicht nur weil es meine erste Uni- Woche war und ich Heerscharen von neuen Menschen kennen gelernt habe, sondern weil ich auch partymäßig komisch drauf war. Donnerstag hatte ich einen nahezu freien Tag, da an diesem Tag Einzelgespräche bei eventuellen Fragen beantwortet wurden bei der Fachschaft. Ich habe bis 12 Uhr geschlafen und habe dieses Angebot nicht wahr genommen, da eh alle Fragen schon beantwortet wurden, oder kommende Woche beantwortet werden. Allerdings musste ich mich dennoch mit den Vollidioten von der Kindergeldstelle herum schlagen. Diese geistigen Flachzangen wollten nämlich einen Bafögbescheid von mir. Und die Bafögstelle braucht einen Bescheid über die Kindergeldgenehmigung. Das kann aber nicht genehmigt werden wenn das Bafög bewilligt wird. Ich sage da jetzt mal nichts zu. Das nenne ich Deutsche Bürokratie.

        Am Freitag ging es nach der Uni nach Köln, wo ich einen schönen Abend mit Andi und seiner Freundin Lisa, sowie mit 2 Freundinnen von Lisa, verbracht habe. Mein ehemals zukünftiger Mitbewohner sozusagen. Das wird er auch immer bleiben. Und mein Blockflötenvirtuose. Wir sind ins MTC in Köln gegangen, einem Rockerschuppen, in dem es mir ehrlich gesagt nicht so gut gefallen hat. Es waren vielleicht insgesamt 50 Leute dort, was nicht wirklich förderlich für die Stimmung war. Am Abend habe ich auch noch Christian getroffen und bin mit ihm dann auch noch ein wenig durch Köln gezogen, nachdem ich dem Lockruf des Döners gefolgt bin. Habe auch bei ihm übernachtet.

        Nachdem ich dann bis um kurz nach 15 Uhr den gesamten Tag verpennt habe, bin ich wieder zu Andi und Lisa gefahren um dann mit ihnen  zu kochen. Da Andi keinen Hammer für das Schnitzel hatte, mussten wir es mit den bloßen Händen bearbeiten, was ziemlich lustig war. Hatte was von Aggressionsbewältigunstherapie. War sogar auch noch sehr lecker, was ich gar nicht so vermutet hatte. Nach dem Essen und ein paar Bieren ging es von Köln sofort nach Duisburg auf die Kommedia Ersti Party. Am Anfang waren nicht allzu viele Menschen dort, was sich aber im Laufe des Abends änderte.

        An sich keine wirklich coole Ersti Party. Hatte etwas von Abifete. Aber vielleicht kann ich das auch nicht weiter beurteilen, da ich zu kurz dort war. Wenigstens war das Bier schön günstig. Das mag ich. War auch nur knapp 3 Stunden dort, und danach bin ich zum Bahnhof gelaufen, da keine S-Bahn mehr fuhr. Zum Glück fuhr noch ein Zug nach Oberhausen, was meinen Abend dann noch rettete, da ich denn zur Bang kam, worauf ich mich schon den ganzen Monat gefreut habe. Auch wenn alles schon arg versifft ist und ich an diesem Abend nicht sonderlich gut drauf war.

        Ich hatte aber dennoch meinen Spaß mit Phillip, Anna, Tim und Christian. Felix und Thomas sollen nicht unerwähnt bleiben. Was sehr komisch, aber auch schön war, war das Treffen mit Toni. Der hat ja so eine Matte auf dem Kopf. Hammer. Aber er sah dennoch heiß aus mit seiner knackigen Bräune. Mensch, manchmal denke ich mir wie es wäre wieder mit ihm zusammen zu sein. Weil ich ihn ja schon etwas kenne, und es auch vertraut ist. Aber dann muss ich an Flo denken und ich habe sofort Schmetterlinge im Bauch.  Flo ist toll. Wenn auch viele sagen er sei eigentlich langweilig und habe nicht wirkliches zu sagen. (Was ich gar nicht finde) Aber vielleicht braucht er nur jemand der so etwas aus ihm heraus kitzelt. Ich versuche mich mal im kitzeln bei ihm.

         

     

    Datum: 14.10.2005

    Stimmung: partyversaut

    Musik: Adam Green_ Secret Tongues

         

        Menschen beobachten

        Der zweite Tag in der Uni war schon etwas stressiger und ungleich informativer und interessanter. Am dritten Tag hatten wir rein mit Kommedia einige Vorlesungen, bzw. Vorträge, wo die einzelnen Fächer und der Stundenplan vorgestellt wurden. Anschließend wurde eine Uni-Rallye veranstaltet, um das Unigelände näher kennen zu lernen. Eigentlich war es nur dummes Rumgelatsche. Was man dem Kommedia Fachschaftsrat wirklich hoch anrechnen muss ist das sie sich sichtbar Mühe gegeben haben. Sei es in der Planung oder in der Durchführung. Respekt. Dabei sind es selber nur Studenten, die anderen Studenten ins Uni-Leben einführen.

        Und auch ins Partyleben wird man eingeführt von ihnen, da am Samstag die Kommedia Ersti Party stattfinden wird. Mal sehen was das so gibt. Ich möchte ja schließlich auch einige neue Leute kennen lernen, und vorhandene Kontakte mit Kommilitonen weiter ausbauen. Danach fahre ich nach Oberhausen auf die Bang. Freue mich die ganze Woche schon darauf. Endlich mal einige Leute wieder sehen die ich eigentlich nur dort treffe.

        Ich sitze just in diesem Moment am Kölner Dom, genieße die letzten Sonnenstrahlen eines durchaus sonnigen Oktobertages und beobachte Menschen. Macht ihr das auch ab und zu? Menschen beobachten? Einige finde ich sympathisch. Einige nett, andere nicht. Ganz selten denke ich: „Das wäre bestimmt ein guter Freund/ eine gute Freundin.“ Noch seltener denke ich mir: „ Das ist bestimmt eine Granate im Bett!“ Vielleicht war es von der Häufigkeit auch anders herum. Man weiß es nicht. 

         

     

    Datum: 11.10.2005

    Stimmung:  erleichtert

    Musik: Jem_ They

         

        Ein erstes Statement

        Der erste Unitag ist wäre geschafft. Es war voll. Es war laut. Man könnte sich gut daran gewöhnen. Sehr gut sogar. Es ist ein bisschen anstrengend sich ständig zu präsentieren um einen möglichst guten Eindruck zu hinterlassen. Ist vermutlich nur in der Anfangszeit so. Ich sitze gerade am Bahnhof es ist schätzungsweise viertel nach 8 Morgens und schreibe in mein kleines Moleskine Büchlein. Heute ist das erste Kommedia Treffen in der Uni. Da bin ich ja mal mehr als gespannt. Von meinen neuen Kommilitonen habe ich ja Montag schon ein paar kennen gelernt. Gestern nur noch Jessica. Heute wird vermutlich der absolute Maximum Overflow an Input. Mal sehen wie mein Studiengang ist. Zur Einschreibung am vergangenen Donnerstag habe ich einfach mal jemanden angesprochen, da ich gesehen habe dass er auch ein Kommedia Fuzzi ist. Gut dass ich das gemacht habe, denn am gleichen Tag haben wir uns mit anderen Kommilitonen getroffen. Mein erster Eindruck: coole Leute. Mehr kann ich dazu auch noch nicht sagen, da ich sie noch nicht ganz einschätzen kann.

        Da ist zum einen Johannes (ich nenne ihn Judo Yogi) aus Mönchengladbach. Ich glaube er ist der einzige der einen schlechteren NC hat als ich. Sehr netter Kollege. Dann Magnus aus Hamm. Er scheint ein bisschen arrogant zu sein. Kann mich aber auch täuschen. Auf jeden Fall jemand der es nicht merkt wenn er jemand anderes auf den Schlips trampelt. Ich weiß nicht ob er das extra macht, oder weil er einfach noch nicht so die Erfahrung hat mit seinen 19 Jahren. Vielleicht täusche ich mich aber auch, wie gesagt. (Nachtrag: ja, ich habe mich getäuscht. Magnus ist cool.)

        Dann ist dort Anh, ein Thai- Mischling im Rocker Format, die zwar auch ganz lustig ist, aber auch ganz schön nervig sein kann und die eine ziemlich beschissene Arbeitsmoral an den Tag legt, und grundsätzlich immer zu spät kommt. Johannes, kurz Jo, finde ich persönlich am schlimmsten. Witze, die niemand witzig findet, und den Intellekt eines schwangeren Zwergpinschers. Ich sag da nix zu. (Nachtrag: In Jo habe ich mich ziemlich geirrt. Mittlerweile mag ich ihn fast schon am meisten.) Die einzig uneingeschränkt coole Sau ist die Jessica, eine abgeschlossene Steuerfachgehilfin. Mit ihr komme ich am besten klar. Hoffentlich nervt es sie nicht wenn ich mich die ganze Zeit an sie dranhänge. Aber gerade am Anfang braucht man nun mal so einen kleinen Fixpunkt an den man sich halten kann.

         

     

    Datum: 09.10.2005

    Stimmung: angespannt

    Musik: REM_ It´s the end of the world as we know it

         

        Der letzte Tag in meinem alten Leben

        Heute ist der letzte Tag in meinem alten Leben. Das hört sich an wie ein Nachtgebet einer sechsjährigen vor ihrem ersten Schultag. So fühle ich mich heute auch. Selbstverständlich wird sich morgen nicht wirklich viel ändern, aber es ist eher etwas symbolischer Natur. Morgen fängt die Orientierungswoche in der Uni an, und ich bin mehr als gespannt. Es wird höchstwahrscheinlich komplett anders als ich es mir vorgestellt habe, aber das ist bestimmt so für jedermann. Neue Leute kennen lernen, interessante Sachen lernen, die man später nie wieder brauchen wird. Wer träumt nicht davon. Nein, mal im Ernst: Mir ist eine Chance gegeben worden. Ich werde sie nutzen. Vermutlich nicht gut. Aber ich werde mir selber sagen können: Ich hab es geschafft.

        Ich hab echt Schiss davor auf die Fresse zur fliegen. Aber dann kann ich immer noch sagen dass ich dumm bin. Verdammt noch mal, ich will es zumindest versuchen.  Informatik wird mir zu schaffen machen, das weiß ich jetzt schon. Ich als Mathegenie. So viele Kommilitonen haben schon Vorwissen in Programmiersprachen wie Java, XML. Ich kann noch nicht einmal html. Oh Mann, das wird noch etwas. Aber ich sollte das nicht zu negativ sehen. Da sind rein rechnerisch bestimmt noch andere die genauso denken. Aber der Großteil wird denken: „Das hier mach ich doch locker“. So sollte man denken. Aber das bin nicht ich. Ich bin manchmal viel zu negativ für diese Welt. Notiz an mich selbst: „Denke positiv, Steven.“ Notiz Ende.

        Ich habe gelesen dass sich über 1000 Bewerber auf 154 freie Stellen beworben haben. Da wäre es eine Schande wenn ich diese Chance vergeige. Ein anderer hat diese Stelle nicht bekommen, und deshalb muss ich mir etwas beweisen. Das wird schon.

        Steht in meinem Tagenbuch auf der ersten Seite:

         „Ich kenne nichts auf der Welt, das eine solche Macht hat, wie das Wort. Manchmal schreibe ich eines auf, bis es beginnt zu leuchten.“ – Emily Dickinson

         

     

    Datum: 28.09.2005

    Stimmung: besonders

    Musik: The Snowman_ Walking in the Air

         

        Musik und Stille

        Musik ist schon eine komische Sache. Ich dachte immer ich brauche keine Musik. Manchmal belehrt mich mein Herz eines besseren.

        Früher hat mir Susi manchmal Klavier vorgespielt und ich lag daneben und habe geträumt. Es war so schön einfach nur dazuliegen und der Musik zu lauschen. Besonders mochte ich ein Stück. The Snowman _ Walking in The Air. In diesen Momenten habe ich die Welt um mich herum vergessen, auch wenn ich zu dieser Zeit viele Probleme hatte.

        Es ist witzig wie man Musik mit Dingen oder Personen verbindet. Ich habe einzelne Lieder im Kopf und denke an eine Person. So haben fast alle meine Freunde ein eigenes Lied. Die Komposition meines Herzens möge man sagen. Ich möchte nicht melodramatisch klingen, aber ich denke ich habe die Musik für mich entdeckt. Ich dachte immer dass ich Musik nicht brauche. Nicht mehr als Hintergrundgeräusche um die unerträgliche Stille zu übertünchen. Stille kann unerträglicher sein als 150 Dezibel an schrecklichster Musik.

        Stille ist durchdringender. Und je mehr Personen in mein Leben treten umso mehr werde ich an Lieder erinnert die ich mit ihnen verbinde. Ich freue mich auf das Alter in dem diese einzelnen Musikfragmente vielleicht ein zusammenhängendes Orchester ergeben.

         

     

    Datum: 26.09.2005

    Stimmung: gemischt

    Musik:  Elton John& Kiki Dee_ Don´t go breaking my heart

         

        Schnipselstau

        Aufgeschnappt: "Die Mitarbeiter, die Morgens etwas später kommen, mögen bitte außen rechts gehen, damit sie mit den Mitarbeitern, die Abends etwas zeitiger gehen, nicht zusammenstoßen"

        Erlebt: Was ist nur mit den Menschen los?

        Was ist nur mit den Menschen los? Gerade im Internet fällt mir immer wieder auf das es immer mehr kranke Leute gibt. Ich war heute kaum 5 Minuten in einem Forum da textete mich ein 56jähriger Mann an und fragte mich ob ich LSD nehme. So aus völlig heiteren Himmel. Quasi out of space. Wie kommt er darauf? Manchmal kann man sich wirklich wundern.

             

     

    Datum: 25.09.2005

    Stimmung: zweigespalten

    Musik: Norah Jones_ Moon Song

         

        Die Zukunft liegt in Duisburg. Und ich bin (momentan) nicht glücklich darüber.

        Ja, da liegt sie wohl. Die Zukunft. Was sie wohl für mich bereit hält? Gutes. Schlechtes. Unerwartetes. Hoffnungsvolles. Nun, das werde ich wohl bald herausfinden. Heute habe ich einen Zulassungsbescheid für meinen absoluten Traumstudiengang bekommen. Eigentlich sollte ich vor Freude in der Luft umherschwirren und Freudentänze im Garten aufführen. Aber diese Euphorie wird durch die Tatsache getrübt das ich meinen zukünftigen Mitbewohner damit verliere, da der Studiengang nicht in Köln ist, sondern in Duisburg.

        Dabei habe ich mir so viel davon erhofft. So viele zukünftige Ideen gehabt. Das wäre meine erste „wirkliche“ WG gewesen. Sicher, wer mich kennt weiß das ich in einer WG-ähnlichen Konstellation gelebt habe, aber das ist dennoch etwas anderes. Weil ich mir diesmal meinen Mitbewohner selbst ausgesucht habe. Weil ich ihn sehr cool finde. Weil ich ihn mag. Und weil ich mir ein gutes Zusammenleben und eine sehr gute Freundschaft davon erhofft habe. So etwas macht mich traurig, wenn man weiß das eine Sache funktionieren könnte, es aber durch Dinge die nicht in meiner Macht stehen, verhindert werden.

        Dennoch freue ich mich natürlich darüber dass mir die Chance gegeben wird meinen Weg zu gehen. Den Weg den ich schon nicht mehr für möglich gehalten habe. Den Weg der so oft durch Dinge oder Hürden verbaut wurde, und den ich mir immer und immer wieder von neuem freikämpfen musste. Jetzt bin ich mit mir im Reinen. Ab jetzt kann ich zeigen was wirklich in mir steckt. Ich weiß dass sich das vermutlich jeder am Anfang seines Studiums sagt, und dass diese Motivation spätestens nach dem ersten Semester im Boden versiegen wird. Aber ich will länger durchhalten und mein Bestes geben. Nicht um anderen zu imponieren, sondern um es mir zu beweisen dass ich „wirklich“ mehr kann als ich vermute. Gar nicht so einfach. Aber ich werde die Herausforderung annehmen.

        Ich weiß momentan nicht ob ich noch mal die Kraft habe mir eine WG zu suchen. Die Wohnungssuche bei WGs ist immer sehr kraftzehrend, wie ich finde. Bei normalen Mietwohnungen ist es ganz einfach. Man bezahlt seine Miete, seine Kaution und man kann einziehen, fertig. Bei WGs muss man sich auf die Personen einlassen können, muss abwägen ob man mit ihnen zurechtkommt, ob sie einem was geben können zwischenmenschlich und dann abwägen ob es für eine WG reicht oder man doch besser in eine Singlewohnung zieht. Würde mir aber dennoch wünschen wenn ich irgendwann wieder den Mut fasse und mir eine WG suche. Ich möchte  diese Erfahrung auf jeden Fall noch einmal in meinem Leben machen.

         

 

    Datum: 21.09.2005

    Stimmung: erheitert

    Musik: Why does it always rain on me_ Travis

         

        Bahngeschichten                                                                                                                   

        Erlebt: Nachdem die Zugbegleiterin eines ICEs einen älteren Fahrgast an der Schulter anfasst um diesen zwecks Fahrkartenkontrolle zu wecken, schreckt dieser zusammen, guckt sie ganz entgeistert an und sagt: „Habe ich geschnarcht?“. Die dicke, aber adrette Zugbegleiterin darauf: „Ich kann Sie beruhigen, sie haben nicht geschnarcht.“ Kurze Pause. „Fragen Sie Ihre Frau das auch immer?“ Er darauf: „Die hat mich abserviert, die olle Kuh!“ Einzelnes Kichern im Zug. Sie, ganz verblüfft, leicht amüsiert, angespornt durch die Reisenden: „Aber doch sicherlich nicht wegen dem Schnarchen, oder?“ Er antwortet darauf schnell und gelassen: „Nein, ich hab mich nur erwischen lassen!“ Heiteres Gekicher im Zug.

        Deshalb liebe ich Bahn fahren.

         

     

    Datum: 11.09.2005

    Stimmung: ausgelassen

    Musik: Elvis Presley_ Always on my mind

     

    Besoffen im Pott / Kuscheln mit Fidel Castro

    Ich würde gnadenlos lügen wenn ich sage dass ich in den letzten Tagen nicht durchgängig besoffen gewesen bin. Angefangen hat es mit den Abschiedspartys in Würzburg. Dann kam ich nach Hause, und es ging direkt ab an den Kornmarkt zum Komasaufen mit Susi. Am nächsten Tag Delirium Saufparty bei Kristof.  Freitag Werther Bruch auf einer Beach Party mit Susi und Kathrin, wo ich mit Julian besoffen (also ich, nicht Julian) und einer komischen Porno Brille langsamen Walzer getanzt habe. Ich habe es zumindest versucht. Samstag war dann Stufentreffen am Auesee, was ziemlich lustig war, da ich viele alte Gesichter wieder gesehen habe. So zum Beispiel Ibo, mein heimlicher Schwarm (grins), der jetzt aussieht wie Fidel Castro. Ein deutscher Türke der aussieht wie Fidel Castro. Sowas gibt's auch nur in Wesel. Auch Jenny und Marlon, meine Karnevalsschlampen, habe ich wieder gesehen, was für den einen oder anderen Lacher geführt hat. Sonntag habe ich ausgesetzt, wegen dem Kanzlerduell, was mich aber nicht davon abgehalten hat mir Montag wieder die Kante zu geben. Dienstag war ich in Köln zum Wohnung suchen. Leider ohne Erfolg. In Köln habe ich mich zusammen mit Alex in einem russischen Restaurant (wenn man es denn so nennen will) die letzten verbleibenen Gehirnzellen weg gesoffen. Mit russischem Starkbier. Man kann ja vieles über die Russen sagen: Aber nett sind sie ja. So nett,  dass der besoffene, russische Ober einige Biere auf der Rechnung vergessen hat. Naja, ich hab mich net beschwert.

    Alles in allem tut es verdammt gut zu Hause zu sein. Wir haben im Garten Paella gekocht. So eine riesengroße 1 m Durchmesser Pfanne mit Paella zu kochen ist gar nicht so leicht wie man es sich vorstellt. Gestern war ich mit Jens und Jasmin am Kornmarkt, denn EinsLive hat dort ein Open Air Mini Konzert veranstaltet. Mit dabei waren "Die Firma" und die eine Frutte von den No Angels (mir fällt der Name jetzt wirklich nicht mehr ein), sowie zwei Comedians die ich nicht kannte. Danach sind wir noch Eis essen gegangen, und haben später einen gemütlicher DVD Abend verbracht (Dawn of the Dead und Ladykillers). Morgen ist Karaoke Action angesagt. Samstag geht's in die "Neue Liebe" (kurz Nelly) mit Kristina und Daniel, wo ich mir auch wieder richtig die Birne wegballern werde. Man gönnt sich ja sonst nichts. Aber irgendwie macht es ja auch zu viel Spaß.

     

     

    Datum: 06.09.2005

    Stimmung: total strunzbesoffen

    Musik: egal, hauptsache et fetzt

     

    Die Zeit vergeht so schnell

    Die Zeit vergeht so schnell seitdem ich in Wesel/ NRW bin. Es vergeht kein Tag an dem ich nicht komplett ausgelastet und vor allem ausgebucht bin. Ziemliches Kontrastprogramm zu Würzburg, wo ich vor 3 bis 4 Monaten kaum mehr wusste was ich mit mir anzufangen habe. Obwohl ich in den letzten zwei Monaten ziemlich stark gefragt war durch die ganzen Abschiedsfeiern, und Essen die ich veranstaltet habe. So ist zum einen Pia zu nennen, die mir eine gute Freundin geworden ist in relativ kurzer Zeit. Finde es gut das sie mit mir über Probleme spricht die sonst niemand weiß. Es ist schön zu wissen dass man ernst genommen wird, und das man von mir denkt dass ich Geheimnisse bei mir bewahren kann. (Was ich ja auch kann!)

    Die Abschiedsfeier mit meinen Arbeitskollegen war sehr schön, und auch feucht-fröhlich. Wir wollten in die Stadt in ein schönes Cafe in Bahnhofsnähe gehen, damit auch die Leute die zum Bus müssen schnell ne Anbindung haben. In dem Café in das wir eigentlich wollten war allerdings leider alles besetzt, und so mussten wir ins Krokodil umsatteln. An sich kein schönes Etablissement. Aber ich denke wir haben das Beste draus gemacht. Und ich fand es dennoch sehr lustig, wie die nachfolgenden Bilder eindrucksvoll dokumentieren. *grins*

     

 

    Datum: 27.08.2005

    Stimmung: melancholisch

    Musik: Janis Joplin_ Down on me

         

        Es wird Zeit.

        Es wird Zeit die Segel zu streichen und Würzburg zu verlassen. Nicht weil es nicht schön war, sondern weil ich studieren möchte, und weil ich meine Freunde vermisse. Nicht weil ich mir ein Leben in Würzburg nicht vorstellen könnte, sondern um neue Herausforderungen anzunehmen. Ob ich sie meistern werde? Keine Ahnung. Habe ich Angst? Sicherlich. Aber Mut ist wenn man dennoch Dinge macht, obwohl man Angst hat. Ich bin vielleicht ein wenig mutig gewesen. Vielleicht bin ich aber auch nur sprunghaft. Ich warte auf einen Freund, der mit mir den Umzug meistert, und er müsste gleich vor der Tür stehen. Danach werde ich den Computer abklemmen, und die Wohnung vollends räumen. Ein sehr komisches Gefühl. Hat so etwas Endgültiges und ich bin gerade ein wenig wehmütig. Aber ich freue mich auch über meine Familie und Freunde in Wesel und Köln/ Bonn. Werde jetzt erst einmal nach Wesel zurück zu ziehen, um dann von dort aus nach Wohnungen zu suchen in Köln oder Bonn.  Das werden stressige Tage die mir bevorstehen. Aber am Sonntag werde ich ja bereits zurück sein, da ich nochmals zwei Tage arbeiten muss, bis ich mich dann endgültig von Würzburg verabschieden werde. Sprich am Mittwoch nach der Wohnungsübergabe und meinem Termin bei der Massage und der Fangobehandlung, die ich von einer Arbeitskollegin geschenkt bekommen habe. Entspannung brauche ich auch ganz dringend. Ich bin sehr ausgelaugt und angespannt gewesen in den letzten paar Wochen. Wohnungssuche, Führerscheinprüfungen, Nachmietersuche, Liebeskummer und Stress auf der Arbeit haben das restliche getan. Ich werde meine Arbeitskollegen sehr vermissen, und ich denke dass das am Dienstag noch ein kleines Drama werden wird, wenn ich mit Ihnen nach der Arbeit noch feiern gehen werde. Ich bin doch so nah ans Wasser gebaut. Manchmal zumindest. Es wird Zeit.

         

     

    Datum: 19.08.2005

    Stimmung: paranoid

    Musik: Mando Diao_ Paralysed

         

        Die Zeit wird knapp

        Die Zeit drängt und ich habe immer noch keine Wohnung in Bonn oder Köln. Ich würde ja viel lieber nach Köln ziehen. Aber Köln ist so verdammt teuer. Und es würde vermutlich noch nicht einmal einen großen Unterschied machen, ob ich jetzt in Köln oder in Bonn wohne. Meine FH ist in Sankt Augustin, das ist genau zwischen Bonn und Köln. Ja toll. Jetzt habe ich die Qual der Wahl.

        Wir haben den 19.08. und ich weiß noch nicht in welche Stadt ich ziehe und wo ich wohnen werde. Das ist ja mal wieder eine ganz tolle Planung, Steven. Ganz großes Kino. *Autor sammelt sich 3 Minuten bis er weiter schreibt*  So. Ich hab immer noch keinen Plan. Aber ich bin guten Mutes dass ich das alles schaffen werde. Irgendwie habe ich es ja bisher immer geschafft. Wenn auch manchmal echt knapp.

        Nächste Woche Freitag schreibe ich meine Führerscheinprüfung. Dann am Samstag und Sonntag werde ich wohl umziehen, nur um dann am Montag meine praktische Führerscheinprüfung zu schreiben. Oh Gott, das wird anstrengend. Ich freu mich schon drauf.

         

     

    Datum: 16.08.2005

    Stimmung: optimistisch

    Musik: none

     

     ich habe dich so lieb,
    ich würde dir ohne bedenken
    eine Kachel aus meinem Ofen schenken.

    ich habe dir nichts getan,
    jetzt ist mir traurig zumut
    an den Hängen der Eisenbahn
    leuchtet der Ginster so gut

    vorbei, verjährt doch nimmer vergessen
    ich reise
    alles, was lange währt, ist leise

    die Zeit entstellt alle Lebewesen
    ein Hund, der bellt, er kann nicht lesen
    er kann nicht schreiben
    wir können nicht bleiben

    ich lache
    Löcher sind die Hauptsache
    an einem Sieb
    ich habe dich so lieb...

     

     

    Datum: 05.08.2005

    Stimmung: überaus glücklich

    Musik: Die Schlümpfe Soundtrack

         

        ICH WURDE GENOMMEN!

        God save the Queen. Ich wurde genommen. Wo? An der Fachhochschule Bonn Rhein Sieg. Das ist doch direkt mal ein guter Start in den Tag. Heute kann mir nichts mehr die Laune verderben. *Autor tanzt einen indischen Siegestanz*  Ich bin ja mal sowas von erleichtert. Eine ziemliche Last ist heute Morgen von mir abgefallen als ich ohne jegliche Erwartungen meinen Briefkasten geleert habe.

        “Business Administration” schimpft sich der Studiengang. Bachelor of Business Administration wäre der Abschluss. Regelstudienszeit wären 6 Semester. Naja, mal sehen was mich dort jetzt erwartet. Ich bin ja mal sehr gespannt. Wie ein Flitzebogen. Ich hab noch absolut keinen Plan von überhaupt nix. Woar, alles so spannend.

        "Der FIBAA-akkreditierte Bachelor-Studiengang "Business Administration" am Standort Rheinbach richtet sich an praxisorientierte Interessenten, die ein kompaktes betriebswirtschaftliches Studium mit internationaler Ausrichtung suchen. Die Studierenden sollen während des dreijährigen Studiums befähigt werden, Vorgänge und Probleme der Wirtschaftspraxis zu analysieren, praxisgerechte Problemlösungen zu erarbeiten und dabei auch internationale sowie außerfachliche Bezüge zu beachten.

        Praxisorientierte Fallstudien und Übungsaufgaben, Referate mit praxisrelevanten Themenstellungen, Planspiele, ein obligatorisches Praxissemester und eine praxisorientierte Final Thesis gewährleisten den Praxisbezug des Studiengangs. Die Regelstudienzeit beträgt 6 Semester. Nach erfolgreichem Studium wird der berufsqualifizierende, international anerkannte akademische Grad Bachelor in Business Administration BBA (Hons.) verliehen."

         

     

    Datum: 24.07.2005

    Stimmung: melancholisch

    Musik:  Bob Marley_ Redemption Song

        I had a dream last night

        Ich hatte einen Traum letzte Nacht. Ein Traum von Einem Grillfest auf einer alten, verlassenen Nachkriegsbrücke mit Blick über den Rhein. (Ja, so in etwa wie in Wesel die alte, grasbewachsene Rheinbrücke) Mit Freunden und meiner großen Liebe. Eigentlich war es eher ein Picknick. So mit Körben, Decken und reichlich Gaumenschmaus. Und das im sommerlichem Sonnenuntergang.  Das Paradies auf Erden. Aus mehreren Gründen: Zum einen da ich dann meine große Liebe meinen Eltern vorgestellt habe (immer noch ein Graus für mich) und zum anderen da dann die Parallelwelten, in denen ich jahrelang gelebt habe, miteinander verschmelzen. Parallelwelten in dem Sinne von: Ich hatte mehrere Freundeskreise, die einen wussten nur ganz wenig über die anderen, usw. Und die zusammen zu führen ist mir schon ein paar Mal geglückt.

        Generell habe ich sehr viele Freunde aus sehr unterschiedlichen sozialen Schichten. Die einen absolute Upper Class Gesellschaft, die anderen eher Mittelschicht und die anderen eher die unteren 30%. Was nicht heißen soll dass ich eine Gruppe von Ihnen bevorzuge oder weniger mag. Ganz im Gegenteil. So kann ich mir das Beste aus allen Schichten heraus suchen und für mich ganz persönlich verarbeiten. Ich habe den krassesten Prunk und Protz gesehen, aber auch ziemlich derbe und unschöne Dinge, über die man normalerweise nicht öffentlich spricht. Man kann mir alles vorwerfen, aber weltfremd bin ich wohl nicht.

         

     

    Datum: 23.07.2005

    Stimmung: beschwippst

    Musik: I want Rock_ Dicks on Fire

       

        Vom Gefühlschaos, rüstigen Rentnerinnen und Rocker in Death Metal Shirts und Pantoffeln

        Gefühle spielen Zick Zack. Emotionen drehen sich. Schlagartig von einer Sekunde auf die nächste. Manchmal denke ich, ich bin in der Midlife Crisis. Das würde aber bedeuten dass ich nur 46 Jahre alt werde. Rein rechnerisch gesehen zumindest. Vom Regen in die Traufe. Aber dort hinten sehe ich schon den Regenbogen schimmern. Oder ist es nur ein Trugbild das sich aus meinen kranken Phantasien zusammensetzt? Mache ich mir meine Welt so wie ich sie brauche?

        Heute habe ich etwas Schönes erlebt. Ich hatte einen Stromausfall. An sich nichts erfreuliches, aber die Umstände danach waren umso schöner. Nachdem die Lichter und mein PC ausgingen bin ich ins Treppenhaus und habe nach der Sicherung gesehen. Als dann nach und nach alle Mieter aus ihren Wohnungen kamen (ich wohne in einem 6 Parteien- Mietshaus) um dem stromlosen Dasein ein Ende zu bereiten kam man sich allmählich zwischenmenschlich näher. Und um das warten auf den Elektriker kürzer zu machen habe ich eine Flasche Wein aus meinem dunklen Verließ geholt und mein Nachbar ein paar Flaschen Bier sowie eine Flasche Baileys.

        Was folgte war ein kleiner Schlummertrunk im Hausflur. Ich war fast ein wenig traurig als das Licht wieder anging, denn das gesellige Zusammensein mit meinen Nachbarn hat mir gut getan. Nicht nur weil ich mit Abstand der jüngste war, sondern auch weil ich ganz besondere Nachbarn habe. Da ist zum Beispiel Frau Tremmel, die mit ihren 77 Jahren noch zu Vorlesungen an die Uni geht. „Interessehalber“, wie sie sagt. Aber es kam so nebenbei heraus dass sie wegen den schmucken Professoren hingeht. Köstlich. Dann gab’s da noch den Rocker der in seinem Death Metal Shirt und Pantoffeln dort stand und von der Liebe zu seiner Katze sprach, die er als kleines Kind hatte. Ich habe fast geweint vor Rührung. Aber auch nur fast.

         

     

    Datum: 22.07.2005

    Stimmung: panisch

    Musik: Dumb_ Nirvana

         

        August

        Mein Plan für den August: Einen Studiengang in Nordrhein- Westfalen bekommen, gleichzeitig arbeiten und nach einer geeigneten Wohnung in der Stadt, in der ich hoffentlich angenommen werde, finden. Zudem einen Nebenjob an Land ziehen um den Umzug zu finanzieren. Dann Ende August nach NRW umziehen, obwohl ich noch keinen Führerschein besitze. Da ich den Transporter aus der Firma nur für maximal 2 Tage bekomme (Samstag, Sonntag) muss ich von Würzburg nach NRW und dann wieder zurück nach Würzburg fahren. 800 Kilometer in 48 h. Mich graust es schon davor. Five weeks to go.

         

     

    Datum: 17.07.2005

    Stimmung: optimistisch

    Musik: Ben Harper_ Another Lonely Day

     

    Die ultimative Lobhudelei

    Was kann ich über diese Person sagen? Ich habe sie geliebt. Ich habe sie begehrt. Es war Liebe auf den zweiten Blick. Wir kamen zusammen. Es war der 7. Himmel. Danach kam die Distanz. Ich wurde von ihr verschmäht. Ich habe mich gefangen. Ich konnte es nicht wahr haben. Ich habe es wieder versucht. Ich wurde wieder abgewiesen. Ich kam ans Ziel. Nur um dann wieder abgewiesen zu werden. Man hat sich nie gestritten. Wieso auch? Dann kam die fehlende Kommunikation. Schleichend. Zu spät gemerkt. Jetzt ist es vorbei. War es schön? Ja. Habe ich es genossen? Nicht immer. Hat es mir etwas gebracht? Definitiv.

    Ich bin kein Opfer.

    Ich bin kein Opfer.

     

     

    Datum: 16.07.2005

    Stimmung: no comment

    Musik: none

         

        Zweckoptimismus?

        Auch wenn ich mir letztens vorgenommen habe nicht mehr so viel über negative Dinge in meinem Leben zu schreiben so muss ich es heute dennoch. Zurzeit geht so ziemlich alles den Bach herunter was den Bach herunter gehen kann. Beruflich, privat und zwischenmenschlich. Nicht das das nicht vorher auch schon der Fall war, aber seit knapp 2 Wochen heule ich jeden Tag. Jeden verfickten Tag. Und es wird irgendwie nicht besser. An einem gewissen Punkt sagt man sich ja meistens: „Ach, schlimmer kann es ja nicht mehr kommen.“ Dann kommt es schlimmer und man sagt sich: „Gut, aber jetzt kann es ja nicht mehr schlimmer kommen“. Und es wird schlimmer. Wenn sich aber dieser Kreislauf dutzende male wiederholt, dann hilft selbst Zweckoptimismus nichts mehr und man verfällt in eine Art Lethargie um das ganze noch ertragen zu können.

        Momentan geht mir so vieles am Arsch vorbei das es fast schon wieder echter Optimismus ist. Aber auch nur fast. Vielleicht ist das so eine Art Selbstheilungsvorrichtung meiner kranken Seele. Vermutlich ist es aber doch nur eine selektive Wahrnehmung um nicht mehr die ganze Scheiße in meinem Leben sehen zu müssen, sondern sich auf die positiven Dinge meines Lebens zu fokussieren. Die es (nach wie vor) immer noch gibt.

        Ich habe letzte Woche 6 Bewerbungen für Studiengänge losgeschickt nach NRW. Hoffentlich werde ich irgendwo genommen, denn sonst weiß ich irgendwann gar nicht mehr ein noch aus. Wenigstens an der ZVS könnten sie mich nehmen, finde ich. Wenn nicht, habe ich ein Problem.

        Ich habe in den letzten zwei Wochen 5 kg abgenommen. Von durchschnittlich 91,5 kg auf  86 kg. Jetzt habe ich fast wieder mein Wunschgewicht nachdem ich von 79kg auf sagenhafte 104 kg „angeschwollen“ bin nachdem ich nach Bayern gezogen bin. Mal sehen wie lange es hält. Nach dem letzten Schicksalsschlag gestern bin ich wieder nur sinnlos am mampfen. Aber wie vorhin jemand gesagt hat: „Du bist kein Opfer.“ Und daran möchte ich mich auch halten. „Ich bin kein Opfer.“ Und Jonas hat Recht.

         

     

    Datum: 24.06.2005

    Stimmung: ach joar

    Musik: Stefanie Hertel_ Nimm mich mit in die Berge (lach)

     

     

    Wunderbares Bayern

    Gestern hatte ich meinen letzten Schultag in der Berufsschule. Wir hatten einen Ausflug von Würzburg nach Veitshöchheim/ Margetshöchheim geplant und sind dann mit dem Maindampfer los gefahren im Würzburger Hafengebiet. Auf so einer richtigen Rentnerbüchse. Diese Rheumadecken- verseuchten Ausflugsgschiffdampfer. Ihr wisst schon. Diese Boote auf denen man früher von seinen Grosseltern gezwungen wurde mitzufahren. Die ganz üble Sorte.

    Aber ich muss zugeben: Es war eine durchaus schöne Ausflugschiffdampfer-reise auf dem Main. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Chemiewerke gesehen in meinem langen, weisen Leben. Einmal kam uns sogar eine verrottete alte Kirche vor die Optik, die nur leicht durch eine Müllverbrennungsanlage verdeckt wurde. Shit Happens. In Veitshöchheim/ Margetshöchheim angelangt sind wir dann in einer kleinen Gruppe durch den Ort getingelt und haben uns im Schlossgarten umgesehen. Eindrucksvoll, wie ich zugeben muss. Riesengroße Parkanlage mit Schlossgarten, Labyrinth und Pavillons. Sehr romantisch.

    Auch gab es dort ein Haus das nur aus Muscheln gebaut war. Zumindest sah es so aus. Die Wände waren aus Beton. Aber die Wände waren durchweg mit Muscheln übersäht. In die Felsen davor waren lauter kleine Skulpturen eingearbeitet die auch allesamt aus Muscheln geformt wurden. Sehr eindrucksvoll. Die ganze Anlage erinnert mich an Schloss Schönbrunn in Wien. Nur halt in klein.

    Dann sind wir noch Eis essen gegangen und da haben mich die Eispreise doch mehr als verwundert. In Würzburg zahlt man für eine Kugel Eis 80 Cent. Hier gab es sie für 40 Cent. Und sogar ein Sparangebot für 8 Kugeln Eis für 2 €. Da musste ich zuschlagen. Eis geht immer.

     

         

     

    Datum: 23.06.2005

    Stimmung: Rambo-like

    Musik: Rape me_ Nirvana

         

        Ein Leuchten in der Nacht

        Heute Nacht kam durch mein Fenster ein Glühwürmchen. Zuerst habe ich mich erschrocken, aber danach konnte ich gut einschlafen. Ich sehe es als Anlass positiv in die Zukunft zu blicken. Was das in mir veranlasst hat? Keine Ahnung. Aber es tut gut. Was kleine Dinge bewirken können.

        Nachtrag: Gerade wurde ich zum 20fachen Mörder als ich die dummen Schnaken erschlagen habe die mein Wohnzimmer zu ihrem Domizil machen wollten. Aber nicht mit mir. Drecksviecher.

         

     

    Datum: 22.06.2005

    Stimmung: na ja

    Musik: none

     

     

    Urlaub stinkt

    Wahrhaftig: Urlaub stinkt. Es war tierisch viel los auf der Arbeit an meinem letzten Arbeitstag. Und so kam es dann natürlich das ich erst knapp vor 17 Uhr aus dem Haus kam, statt normalerweise um 16 Uhr. (Ich wollte ja eigentlich früher gehen, was aber aufgrund des Andrangs nicht möglich war). Egal, dachte ich mir; der Tag kann nur besser werden. Anschließend nach Hause geflitzt um mich umzuziehen, zu duschen und  zu packen um dann endlich die Langersehnte Reise nach NRW anzutreten. Gesagt, getan. Hab dann noch den Bus verpasst. Auch das mich meine Nachbarn mitgenommen haben zum Bahnhof hat nichts mehr genutzt und ich hab den Zug noch mal verpasst.

    Als ich dann in dem völlig überfüllten, stinkenden ICE einstieg, saß ich, wie immer, im Gang. Danke liebe Bahn! Mit 30 min Verspätung (man gewöhnt sich an alles) habe ich dann Wesel erreicht und wurde direkt von Kristof und Jens begrüßt. Die erste und einzige erfreuliche Tatsache an diesem verdammten Tag. Wir sind zuerst ein bisschen durch Wesel gewandert um dann zu mir nach Hause zu tingeln, da ich vermutete das meine Eltern ohnehin nicht daheim waren und ein gekühlter Kasten Bier auf uns wartete. Angekommen haben wir uns direkt über das herrlich erfrischende Bier und über Mudda´s Hühnerfrikassee hergemacht. Nach einer Stunde kamen dann auch meine Eltern zusammen mit der Polizei heim. Meine Mutter ist betrunken Auto gefahren und wurde natürlich prompt erwischt. Ich will nicht sagen dass ich das gut finde dass sie erwischt wurde, aber es gibt mir ein bisschen Bestätigung dass man nie besoffen Auto fahren sollte. Sie ist übrigens den Führerschein los.

    Dann erhielten wir die Nachricht dass sich meine Ur-Oma in dieser Nacht umgebracht hat. Sie hat sich mit Tabletten und einer Plastiktüte über dem Kopf selbst gerichtet. Was veranlasst eine 91 jährige Frau so etwas zu tun? Wie viel innere Qual musste sie erleiden um sich zu so einer schicksalsschweren Entscheidung hinreißen zu lassen.  Und dann auch noch auf so eine Art und Weise. Ich hab dann direkt noch nachts um halb 4 meine Oma angerufen und sie aus dem Schlaf gerissen weil ich ihr sagen musste wie Leid es mir tat. Was soll man da auch großartig zu sagen. Es war ihre Entscheidung. Die muss man respektieren. Aber dann so ein Abgang. Wieder ein Grund mehr sich vor dem Alter zu fürchten.

    Sie hat natürlich auch einen Abschiedsbrief geschrieben. Aber daran kann man sehen dass sie zu dieser Zeit geistig sehr angeschlagen war, denn sonst konnte sie immer alles wunderbar ausformulieren und hat sich große Mühe gemacht. Selbst auf Weihnachtskarten hat sie immer einen halben Roman geschrieben. Und in ihrem letzten, Ihrem Abschiedsbrief vor ihrem eigenen Tod nur ein paar belanglose Zeilen. Sehr surreal.

    Soviel zu meinem ersten Urlaubstag. Am nächsten Tag war ich dann mit Kristof unterwegs. Wir waren Billard spielen und was trinken. An sich ein sehr schöner Tag. Einen Abstecher zu Kristina gab’s natürlich auch noch. Danach bin ich zu Toni gefahren, wo ich dann auch prompt krank wurde. Insgesamt war ich 7 von 10 Tagen in meinem Urlaub krank und lag auch eine sehr lange Zeit einfach nur im Bett rum. Kombiniert mit der brütenden Hitze, dem Umzugsstress eine einzige Katastrophe. Dazu kamen einige zusätzliche „kleine Probleme“ die ich hier nicht weiter erläutern möchte.

    An sich ein Urlaub den ich am Besten schleunigst wieder vergessen sollte.

     

         

     

    Datum: 10.06.2005

    Stimmung: erwartungsvoll

    Musik: Rat in a Cage_ Smashin Pumkins

         

        Großkampftag

        Endlich Urlaub! Ich bin sowas von urlaubsreif. Morgen noch einmal arbeiten und dann geht’s ab in den Norden (bzw. Nord- Westen) zu meiner Familie, zu meinen Freunden und zu gewissen anderen Personen. Morgen wird Großkampftag. Wir haben einige verdammt gute Angebote in der Werbung und morgen werden sie uns die Bude einrennen. (Kennt jemand die Media Markt Eröffnung in Polen) SO wird es hoffentlich nicht enden, aber ich sehe es schon fast kommen. Danach geht’s sofort von der Arbeit in den Zug und ab nach Hause. Hoffentlich kann ich abends mit Kristof einen saufen gehen. Brauche den Alkohol dringend.

         

     

    Datum: 31.05.2005

    Stimmung: crazy

    Musik: Nana Muskuri_

     

     

    Blonde for one day

    Stufe 1 Ich werd jetzt die Colorationen auftragen.

    Stufe 2 WOAR! Meine Schädeldecke hebt und senkt sich! Die volle Chemiekeule. WOAR! Was mache ich hier??? Ich glaub meine Kopfhaut pellt sich gerade vom Schädel. PARTY ON, GARTH!

    Stufe 3 ES WIRD GRAD ORANGE! Ich sehe aus wie Pumuckl. Oder Boris Becker. Oder wie ein Fischstäbchen!

    Stufe 4 Sieht kacke aus. Wusste ich allerdings schon vorher. Hab mir das irgendwie einfacher vorgestellt. Dachte das geht ruck zuck. Meine Kopfhaut brennt und ich hab Kopfschmerzen. Ich werde jetzt noch mal drüber färben. Also blond.

    Stufe 5 Okay, drüber gefärbt. Meine Kopfhaut löst sich. Aber heller. Wenn auch immer noch rot. Werde jetzt mal die Augenbrauen und den Bart färben. :-P

    Stufe 6 Ich weiß jetzt warum die in der Verpackung geschrieben haben das man damit nicht Augenbrauen und Bart färben soll. Meine Augenbrauen sind weg. WAAAAAAAH! Okay, das heißt: nachfärben. Mit schwarz. Hab ja noch ne XXL Packung schwarz. Wenn die Kopfhaut nur nicht so brennen würde.

    Stufe 7 So, wir haben jetzt grad viertel vor 5. Ich bin klinisch tot. Mein Kopf dröhnt und ich bin wohl etwas high von den ganzen Chemikalien. Jedenfalls hat das ganze eine überraschende und schmerzhafte Wendung genommen. Aber ist nix passiert. Hab mich doch dagegen entschlossen mir eine Glatze zu rasieren. Weiß net, ist das ein Kündigungsgrund wenn ich da morgen wäre aufgetaucht auf der Arbeit? Man weiß es nicht. Das müsste man recherchieren.

     

    Blonde for one day.

     

     

    Datum: 25.05.2005

    Stimmung: lethargisch

    Musik: 2Raumwohnung_ Zwei von Millionen

        Schattenseite

        Ich bin es Leid immer nur über negative Dinge zu schreiben in meinem Weblog. Deshalb habe ich vor in Zukunft verstärkt auch über die positiven Erlebnisse in meinem Leben zu schreiben. Die gibt es nämlich auch noch ab und zu. Man vergisst nur sie aufzuschreiben. Dennoch sind sie da. Vereinzelt gesäht und manchmal ganz unverhofft.

        Leider hat jede Medaille zwei Seiten. Und es gibt halt auch immer eine Schattenseite. Freude und Leid sind so eng beieinander. Das habe ich in den letzten Tagen leider feststellen müssen. Die Personen die ich meine wissen das ich sie meine.

         

     

    Datum: 12.05.2005

    Stimmung: ausgelassen

    Musik: Bush_ Inflatable

         

        Singledasein auf Waltmart-ianisch

         

        Heute habe ich so ziemlich daslustigste erlebt seit langer Zeit. Einkaufstechnisch gesehen. Im Walmart (ja, schon wieder im Walmart) gab es heute eine Aktion wo jeder der wollte eine riesengroße rote Schleife an sein Einkaufswagen binden konnte um zu signalisieren das man Single ist. Genannt "Single Shopping". Man konnte dort noch etwas ausfüllen und an einem Gewinnspiel teilnehmen. Was weiß ich.

        Lustig war allerdings die Tatsache dass der halbe Walmart mit roten Schleifen rum rannte. Wären es jetzt kleine, dezente Schleifen gewesen könnte man sagen dass das noch etwas hat. Aber bei diesen überdimensionalen Schleifen wirkte das unfreiwillig peinlich. Interessant zu sehen wie viele Single Frauen es an der Wursttheke gab. Meine These: Frustfressen gegen das Singledasein? Es gab noch kleinere, grüne Schleifen. Was die zu bedeuten hatten weiß ich allerdings nicht. Für die homosexuellen unter uns?

        Und so konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen als ich an einer ganzen Horde etwas rundlicher Frauen vorbei kam die alle diese besagte Schleife an ihrem Einkaufswagen trugen. Wie gut das ich immer eine Kamera mithabe.

       

     

    Datum: 08.05.2005

    Stimmung: harmoniebedürftig

    Musik: Norah Jones_ Sunrise

     

     

    Muttertag –Ode an Mutti

    Wie nennt ihr eure Mütter eigentlich? Mama? Mutti? Mamuschka? Mit Vornamen? Also ich persönlich nenne meine mum immer Mudda. Wenn ich böse bin mit ihr dann Mutter (mit Betonung auf das harte t). Mama habe ich mir irgendwann mit 15 abgewöhnt, als ich gemerkt habe dass es doch irgendwie schwul rüberkommt seine Mutter noch Mama zu nennen. Und ich habe oft Mama gesagt. Ich habe sie regelrecht gelöchert mit dem Wort Mama. „  Mama, mach mal dies/ Mama, mach mal das…“ „…Mama, kannst du nicht…“ „…Stimmt´s, Mama…?

    Im Großen und Ganzen ist meine Mutter ein echt töftes Mädel. Sie hatte es sicherlich als junge Mutter nicht immer ganz einfach mit mir. Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben. Sie hat mich mit 17 bekommen, was für heutige Maßstäbe schon nichts außergewöhnliches mehr ist. Dadurch dass ich mit 6 Jahren schon auf meinen Bruder Robert aufpassen musste habe ich sicherlich früher als andere Kinder gelernt Verantwortung für Dinge zu übernehmen. Ich habe das Komplettprogramm gemacht. Windeln wechseln, Babysitten, ins Bett bringen. Während meine Mutter nachts aus war. Manche würden sagen Rabenmutter, aber ich kann es ihr nicht verübeln. War sicherlich nicht immer leicht auf solche Dinge zu verzichten. Aber irgendwie hat es mich ja ein Stück weit zu einem besseren Menschen gemacht. (ich höre schon wieder das aufstöhnen)

    Auch bin ich sehr stolz auf sie für ihre Veränderung in den letzten Jahren. Allerdings muss man dem auch einen großen Teil meinem Stiefvater Klaus beimessen. Er hat sie in den letzten 8 Jahren zu einer Persönlichkeit gemacht. Das war vorher nicht oder nur bedingt der Fall. Früher war sie oft sehr emotionslos, manchmal verleitet zu Kurzschlussreaktionen/ unüberlegtem Handeln. Heute ist sie emotionaler und wägt ab bevor sie Handelt. Sie konnte mir früher nie so richtig zeigen dass sie mich über alles liebt. Das ist heute anders.

    Danke Mudda. 

     

     

     

    Datum: 07.05.2005

    Stimmung: freakig

    Musik: Prodigy_Smack my bitch up

       

      Wenn du einen Buckel hast streu etwas Glitter drüber und geh tanzen Baby

      So habe ich mich heute gefühlt. Nicht das ich einen Buckel hätte, aber ich habe mich wie ein Freak gefühlt. Habe mich gestern Abend auf der Las Vegas Party ein „klein wenig“ daneben benommen. War dort mit Pia, ihrer Freundin Ina und ihrem besten Freund Toby. Nicht nur das ich Ina beim Tanzen andauernd unabsichtlich geschlagen habe, nein ich habe auch irgendwelche Leute angetanzt und sie wohl etwas erschreckt. Dabei habe ich das nur spaßig gemeint. Das dumme ist nur das mir das alles gar nicht bewusst war was ich dort tat.

      Gut, ich habe sicherlich etwas zu tief ins Glas geschaut. (3 Caiphirinas, ½ Master Blaster und 4 Biere) Aber dass ich dann so abgehe hätte ich mir nicht zu träumen gewünscht. *Zeit für Reflektion* Aber das war ja nicht das einzige an diesem Abend das ultra peinlich gewesen ist. Ich habe noch einem Typen den Pullover ausgezogen weil ich den immer schon mal haben wollte. Ich wollte  ihm den abkaufen aber er hat sich nicht darauf eingelassen. Irgendwie muss ich dann dabei die 30 € die ich ihm geben wollte verloren haben. Zumindest sind sie heute Nachmittag  nicht mehr in meiner Hosentasche gewesen. Ich bin so ein Schmock. *Zeit für Reflektion*

      Nach dem vierten Bier (das Anstellen an der Longdrink- Bar war sehr zeitraubend) bin ich dann kurz an die frische Luft gegangen wo mich dann der sprichwörtliche Schlag getroffen hat. MERKE: Viel Alkohol + frische Luft = nicht gut! Als ich dann wieder reingetorkelt bin musste ich im Anschluss unter einer Bank erbrechen. Um nicht zu sagen kotzen. Und wer mich kennt weiß das ich nicht schnell kotze. Jetzt werden wahrscheinlich alle aufstöhnen und sagen dass sie ein persönliches Steven-Kotzerlebnis hatten. (Fragen, Kritik und Anregungen hierzu bitte an Kotzebaerchie@aol.com)

      Von meinen Erlebnissen auf der Heimfahrt im weißen Mercedes werde ich jetzt mal Abstand nehmen. Ich denke dies ist ein wenig zu ekelig um es jetzt hier wieder zu geben. Fragen hierzu beantwortet wie immer die Geschäftsleitung.

     

     

    Datum: 28.04.2005

    Stimmung: nervös und genervt

    Musik: Tracy Chapman_ Almost

       

      FEAR

      Habe ich erwähnt das ich in 4 Tagen Abschlussprüfung habe und noch kein bisschen gelernt habe? Also so rein gar nichts, meine ich. Null. Niente. Ich hab noch nicht einmal den Ordner zur Hand genommen. Und je näher es kommt, umso schlechter fühle ich mich.

      Wie kommt das nur? :-P

     

    Datum: 28.04.2005

    Stimmung: genervt

    Musik: Ike & Tina Turner_ Rock me Baby

       

      Groupies im Walmart

      Heute hätte ich eigentlich Schule gehabt. Aber ich habe mich einmal mehr dazu entschlossen blau zu machen. Asche über mein Haupt. Aber was soll’s. Die Konsequenzen muss ich ja tragen. Bin dann gegen 13 Uhr aufgestanden und hab ein wenig aufgeräumt für meinen Besuch am Wochenende. Als ich dann gegen  18 Uhr zum Walmart fahren wollte kam mir ein schwarzer Polo entgegen. Darin saßen zwei junge Mädchen die mich ziemlich dreist angafften. In letzter Sekunde haben sie sich entschlossen mir zu winken. Was mich dann ein wenig außer Fassung gebracht hat, ich aber ein verlegendes Lächeln heraus gebracht habe.

      Da ich natürlich auch wiederum zu spät aus dem Haus gegangen bin habe ich natürlich den Bus verpasst. Kurze Zeit später kamen die Mädchen mir abermals entgegen, diesmal aber aus der entgegen gesetzten Richtung. Und natürlich wieder am winken. Da kam ich mir schon ein wenig doof vor. Nachdem dann der Bus kam und mich zum Walmart brachte hatte ich die beiden beinahe vergessen,  als sie auf einmal um die Ecke bogen. Ich traute meinen Augen kaum. Der Walmart ist ca. 20 min entfernt und die haben mich wirklich mit dem Auto verfolgt. Ich bin dann schnell rein gerannt, damit sie mich net sehen, aber da war es schon zu spät.

      Im Superstore bin ich dann erstmal in der hintersten Ecke verschwunden und hab so getan als ob ich sie net sehe, aber die hatten wohl ein Suchgerät, denn immer wenn ich dachte sie abgeschüttelt zu haben waren sie auf einmal wieder da. Also beschloss ich meine Einkaufstour wie gewohnt fort zu setzen. Nach mehr als 20 Minuten Einkaufsvergnügen schienen sie dann auch verschwunden zu sein. Pustekuchen! Auf einmal waren sie wieder da, und diesmal waren sie nicht mehr zu zweit, sondern schon zu viert!

      Wo kamen die auf einmal her? Und was wollten sie von mir? Hatte ich grundlos Panik, oder bin ich einfach nur frauenfeindlich? Hab mich dann erst einmal im zweiten Stock bei den Kondomen verschanzt und 15 min dort ausgeharrt. Nachdem ich mich langsam aus meinem Zufluchtsort hervor geschlichen habe bin ich dann auf direktem Weg zur Kasse, wo ich dann nach 50 Minuten Höllenqualen diesen blutrünstigen Kreaturen entkommen konnte.

      Kleine Frage: Was wollten die von mir?

      A mich lebend zerlegen und ihren dressierten Dackeln  zum Fraß vorwerfen

      B mit mir über Gott reden

      C mich sexuell belästigen und mir Gewürzgurken in den After stecken

       

     

    Datum: 20.04.2005

    Stimmung: schwelgend

    Musik: Fats Domino_ I´m walking

     

     

    The only thing

    Das einzige was ich noch von meinem Opa besitze sind ein paar vergilbte Photos, sein Taschenmesser und sein Gebiss. Ja, sein Gebiss. Als er gestorben ist und wir die Überreste seines privaten Besitzes mitnehmen mussten habe ich eben dieses in einem gelben Sack gesehen dass die Schwester gerade wegschmeißen wollte. Aber ist das nicht schrecklich? Mein Opa hat das so viele Jahre bei sich getragen und nun soll es einfach achtlos weggeschmissen werden?

    Viele Leute finden das pietätlos und finden dass ich das endlich entsorgen sollte. Aber mich erinnert es an meinen Opa. Es steht im Übrigen jetzt auf meiner Spardose. Zuerst wollte ich einen Schlüsselanhänger daraus machen, aber da muss ich zugeben das es doch schon ein bisschen geschmacklos wäre.

     

     

    Datum: 19.04.2005

    Stimmung:  müde

    Musik: Jack Johnson_ Secret Song

       

      Subjektivität: betrunken aus dem Fenster schauen und halluzinieren

      Wochentag: Dienstag

      Sauerstoff im Raum: geht gegen null

      Frisur: katastrophal

      Atem: gewöhnungsbedürftig

      Aktivitäten außerhalb meiner Wohnung: 0

      Aktivitäten innerhalb meiner Wohnung: 0

      Gehirnaktivitäten: 0

       

      Ich liebe freie Tage.

       

     

    Datum: 18.04.2005

    Stimmung: sad

    Musik: Ben Harper_ Another lonely Day

       

      Bla Bla und die Frage nach der Traurigkeit

      Ich bin traurig. Warum? Weil ich nicht weiß was ich will in meinem Leben. Jeder sagt mir dass ich dies und das machen soll, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen Dinge in Bewegung zu setzen. Ich arbeite schon dran, aber es kommt eh immer nur das gleiche raus.

      Ich merke gerade das ich in meinem Tagebuch fast immer nur über traurige Dinge schreibe, oder wenn ich schlecht drauf  bin oder nachdenklich. Das ist zwar eine Seite an mir, aber bei weitem nicht die größte. Meistens bin ich gut gelaunt und es geht mir gut. Aber wenn ich für mich bin, bin ich eher in mich gekehrt und nachdenklich.

      Bla Bla Bla.

       

     

    Datum: 17.04.2005

    Stimmung: alive

    Musik: Ganz schön feist_ Du willst immer nur ficken

     

     

     

    Lebendig

    Zurzeit fühle ich mich lebendig. Ich finde so langsam Anschluss hier in Würzburg. Zwar erst nach 17 Monaten, was schon ein wenig krass ist, aber besser spät als nie. War letzte Woche mit Daniel unterwegs. Daniel ist ein Arbeitskollege und eigentlich ganz dufte. Wir waren im Airport, das ist hier in Würzburg eine recht große Disco. Ex Take That Howard Donald legt hier immer auf. Whatever.

    Dort habe ich mich ziemlich besoffen und musste am nächsten Morgen arbeiten. Bin erst um 5 Uhr nach Hause gekommen und musste um 8 Uhr aufstehen. Und wie ich nun mal so bin hatte ich natürlich auch Hunger. Hab mir dann Nudeln aufgesetzt. Gesagt- getan. Um halb 10 wurde ich geweckt durch einen Arbeitskollegen der mich anrief  und fragte wo ich denn bleibe.

    Nach dem qualvollen Aufstehen habe ich bemerkt das ein bestialischer Geruch aus meiner Küche kommt und dort habe ich dann meinen Nudeltopf vorgefunden, bzw. was noch davon übrig ist. 1 Pfund Nudeln: Nur noch Asche in dem halb geschmolzenen Edelstahl Kochtopf. Die ganze Unterseite des Kochtopfs ist geschmolzen und brannte sich gerade in meinen Herd. Was soll’s! Man lebt nur einmal. (ja, ich weiß, das war nachlässig von mir. Wird nicht wieder geschehen.)

    Auf der Party habe ich auch ein Mädchen namens Pia kennen gelernt. Sehr hübsches Mädchen. So eines der hübschesten Wesen die ich kenne. Und das ist keine Übertreibung. Habe sie die Woche bereits das dritte Mal getroffen. Und für morgen sind wir alleine verabredet. Wir wollen zur Marienburg hochkraxeln. Mal sehen was das so gibt.

    Also an sich ne durchaus gelungene Woche. Mehr als das. Fühle mich zum ersten Mal seitdem ich in Würzburg wohne ansatzweise wohl. Auf der anderen Seite sehne ich mich natürlich immer noch nach Nordrhein-Westfalen. Das ist irgendwie immer in mir. Ein Gefühl das mich ständig begleitet. Fernweh.

     

     

    Datum: 14.04.2005

    Stimmung:  WAAAAAAAAH!

    Musik: Bush_ Fugitive

       

      Von cholerischen Detonationen und Regentänzen

      Hatte heute wieder Berufsschule. Entgegen jeder Behauptung: Berufsschulstunden sind arschlangweilig. Nicht nur das man null lernt, nein, man muss sich auch noch mit unterentwickelten und durchaus pubertierenden Menschen abgeben. Womit habe ich das verdient? Ich halte mich jetzt nicht für komplett blöde, wenn auch nicht für sonderlich helle, aber habe ich das verdient? Nein ist die Antwort.

      Es gibt Menschen die schaffen es in jeder gottverdammten Klausur eine 6 schreiben. Ich dachte immer das ist rein statistisch nicht möglich, aber so was geht! Und das in Bayern. Zum Teufel mit dem bayrischen Schulsystem. Ich bin in Mathematik nun wahrlich keine Leuchte. Meiner Mathe Nachhilfe habe ich wahrscheinlich einen frühen Herzklabastertod an den Hals gezaubert. Aber gegen diese Volldeppen aus meiner Klasse bin ich ein wahres Mathegenie.

      Trotz innerer cholerischer Detonationen bin ich ruhig geblieben, weil ich gehört habe, dass es absolut unpassend ist, sich aufzuregen, und dass ein Wutausbruch Gesichtsverlust für beide Parteien bedeutet. Es ist nicht einfach, aber bisher konnte ich mich beherrschen. Und das immerhin schon fast 1 1 /2 Jahre lang. Aber bald hat mein Leiden ein Ende, und ich werde bei der Zeugnisvergabe vermutlich einen Regentanz aufführen und sie zur Hölle wünschen.

       

     

    Datum: 11.04.2005

    Stimmung: itchy

    Musik: Norah Jones_ I´ve got to see ya again

       

      Maulsperre

      Ich halte meine Meinung weder für die gültige noch für die endgültige,  im Gegenteil, ich ändere sie oft. Ich hinterfrage sie. Ich irre mich nachweislich häufig. Und danach bilde ich mir wieder eine Meinung. Eine andere, neue …die vielleicht genauso falsch ist. Meinung ist Zwischenergebnis, wie beim Taschenrechner. Wahnsinn plus Erfahrung plus Wahnsinn plus Erfahrung. Und immer mal zwischendurch klickt man auf die „Ist gleich- Taste“ Das ist das Leben: aufs Maul fallen und aufstehen. Aufs Maul kriegen und schämen. Maul zu weit aufreißen - Maulsperre.

       

     

    Datum: 09.04.2005

    Stimmung: traurig

    Musik: Rufus Wainwright_ Hallelujah

       

      Distance sucks

      Kleine Zwischenfrage an mich selbst: Ist Liebe auf Distanz möglich? Auf Dauer möglich? Nur die Zeit wird das zeigen.

       

     

    Datum: 17.02.2005

    Stimmung: traurig

    Musik: none

       

      Auf der Suche nach dem „jetzt“

      Ich will wieder zurück nach Hause. Wo auch immer das sein mag. Ich bin ein Fremder in einer fremden Stadt. Noch befremdlicher ist mein Verlangen von hier weg zu kommen. Aber wo soll ich hin? In meine Heimatstadt zu meinen Eltern? Genau dorthin von wo  ich vor knapp 2 Jahren geflohen bin um mein Leben in den Griff zu bekommen? Ich habe Angst schon wieder weg zu laufen, zu fliehen, mich meinen Problemen nicht zu stellen. Ich habe ständig das Gefühl etwas zu verpassen. Ich würde sogar soweit gehen und es Fernweh nennen. Immer bedacht darauf dass ich etwas verpassen könnte; suchend nach dem Gefühl von Freiheit, das ich fast unfähig bin mein jetziges Leben zu realisieren. Dabei habe ich sicherlich kein schlechtes Leben. Es ist nur das ich immer in der Vergangenheit lebe. Oder in der Zukunft. Nie im Jetzt.

      Klar, ich habe dieses Gefühl von Zeit zu Zeit. Vor allem wenn ich Spaß habe, oder melancholisch bin. Ich war in letzter Zeit mehr melancholisch als das ich Spaß hatte. Sehr viel mehr sogar. Letzten Montag zum Beispiel. Mein Geburtstag. Ich habe abends geheult und mich sinnlos besoffen. So etwas  passt nicht zu mir. Dennoch ist es schon 3-mal in den letzten 2 Monaten passiert. Ein erneuter kläglicher Versuch auf mich aufmerksam zu machen?

      Ich will wieder zurück nach Hause. Aber wo soll ich hin? Bin ich nicht hier zu Hause? Hier arbeite ich. Ich habe Angst davor was mir die Zukunft bringen wird. Ich habe Angst hier zu versauern weil ich mich nicht aufraffen konnte etwas zu unternehmen damit es mir besser geht. Nach 2 Jahren habe ich immer noch nicht das Gefühl richtig angekommen zu sein. Aber hatte ich das früher? Ich bin jemand den es in die Ferne zieht, der aber nie den Mut aufbringen wird etwas zu verändern. Dabei scheint es so einfach zu sein. Andere haben es schließlich auch geschafft. Ich will so sein wie die anderen. Ich weiß aber dass ich das nicht sein kann. Vielleicht weil ich zu viel erwarte. Vielleicht weil ich mich überschätze. Vielleicht weil ich andere unterschätze.

      Jemand hat mir gesagt dass ich ein gewisses Talent habe. Es ist verdammt schwer für mich solch ein Kompliment anzunehmen. Mein Leben lang haben die Leute immer gesagt das ich mehr kann als ich zeige. Ich habe Angst davor sie zu enttäuschen und zu realisieren das dem nicht so ist. Bisher konnte ich mich nicht beweisen. Nur wann ist der Zeitpunkt gekommen an dem ich mich beweisen kann?

      Und schon wieder lebe ich in der Zukunft und in der Vergangenheit zugleich.

       

     

    Datum: 09.02.2005

    Stimmung: ausgelaugt

    Musik: Oh Happy Harlem Gospel Choir_ Oh Happy Day

       

      My own personal hell

      Ohje, ich habe heute so viel gearbeitet. Körperlich gearbeitet. Das bin ich gar nicht mehr gewöhnt. In der Firma haben wir umgebaut, und dort musste ich bestimmt an die Waschmaschinen, Elektroherde und Kondenztrockner in der Gegend rumkarren. Und wenn das nicht noch genug ist plant mein dummer Chef das natürlich auch noch falsch ein! Am Ende des Tages ist dann der Fehler aufgefallen, und die ganzen Geräte müssen morgen noch mal bewegt werden. My own personal hell.

       

     

    Datum: 07.02.2005

    Stimmung: gut, einfach nur gut

    Musik: Three Doors Down_ Away from the Sun

       

      The Beginning

      Ich habe heute wieder begonnen Tagebuch zu schreiben. Nach 16 Monatiger Pause konnte ich mich endlich wieder dazu durchringen etwas niederzuschreiben was ich später lesen kann um zu verstehen. Etwas Greifbares haben. Schwarz auf Weiß. Keine wichtigen Gedanken mehr verlieren. Etwas aufzuschreiben; es so zu meinen und es später nicht bereuen zu müssen. Und wenn doch, es wenigstens zu verstehen warum man so gedacht hat in diesem Moment. Es ist ein herrliches Gefühl. Es hat einen Hauch von Freiheit. Es ist Zwischenbilanz. Man kann sie aufstellen. Man kann sie verwerfen.